Exit

Während meiner Ausbildungszeit in einer Wildnisschule, wo ich mit verschiedenen Werkzeugen nativer Völker in Kontakt kam, begegnete mir auch das Kulturgut der „Words before all else“ der Mohawks, welches von Jake Swamp aus dem Wolfs-Clan an die Wildnisschulen weitergegeben wurde. Dieses Kulturgut, so wie die Friedenstifter-Prinzipen dieses Volkes, wurden Teil meines Lebens und haben meinen Alltag sowie meine Arbeit, insbesondere mit anderen Menschen und Teams massiv verändert.

Mark Morey hat einen Artikel geschrieben in dem er beschreibt wie er diese Technik einsetzt und was sie bewirkt. Mark Morey ist seit Jahrzehnten in der Wildnisschulen-Kultur zuhause, hat viele Wildnisprogramme gegründet und sich nun komplett seinem Leadership-Training „The Connected Leader“ versprochen.
Jon Young, Autor der Bücher „Coyote’s Guide“ und „What the robin knows“ sagt über ihn: „[…] He understands deep nature connection and cultural mentoring in a way that very few people do.

Die Arbeit von Mark, Jon und vielen anderen Mentoren sind für mich große Inspiration & Hilfe beim Umsetzen meiner Visionen. Ich bin dankbar aus ihren Erfahrungen schöpfen und davon lernen zu dürfen.
Marks Artikel wurde sinngemäß übersetzt und durch meine Erfahrungen und Erlebnisse ergänzt.


Ich glaube das Firmenkulturen, ebenso wie die von Individuen, sich selbst neuen Sinn geben können zu mehr Menschlichkeit, mehr in Beziehung & Kontakt und mehr in Übereinstimmung mit unserer Natur. Ich begleite Führungskräfte zu einer tieferen Verbindung zu sich selbst, anderen und der natürlichen Welt. Dieses Netz von Verbindungen erlaubt es meinen Klienten in einem stetigen Fluss sicher getroffener Entscheidungen und Kreativität zu sein.

Dankbarkeit vertieft das Bewusstsein für Prioritäten. Es erinnert die Menschen an ihren Zweck & ihre Absicht.

Ich beginne eine Versammlung immer mit einer bewussten Möglichkeit Dank auszudrücken. Wenn ich eine Gruppe/Team zusammenstelle und ich habe z.B. eine Liste mit Dingen die zu erledigen sind, beginne ich zu erst damit bewusst zu machen was wirklich wichtig ist. Dankbarkeit vertieft und unterstützt das Bewusstsein für Prioritäten und es erinnert jeden daran warum er/sie da ist.

Dankbarkeit ausdrücken holt uns ganz und gar in die Gegenwart – wir sind present und ganz da. Wir sind konzentriert und aufmerksam wenn uns etwas authentisch gefühlvoll und bedeutsam präsentiert wird. Teilnehmer erzählen dass sie sich auch noch später am Tag und sogar darüber hinaus erinnern was andere mit uns geteilt haben. Wenn tiefe Dankbarkeit mit deinem Tag und deiner Gemeinschaft/Team verwoben ist, bringt dies ein tiefes Verständnis darüber wie Taten und Konsequenzen miteinander verwickelt sind. Könnte es sein das Dankbarkeit systemisches Denken aktiviert? Dankbarkeit unterstützt uns dabei die besten Entscheidungen für uns und die Menschen um uns herum zu treffen, und auch dass es Entscheidungen sind die weit über einen Zeitraum von einem Quartal hinaus bestand haben können.

Dankbarkeit auszudrücken ist unsere ursprüngliche Anweisung.

Meine Führungsart ist seit Jahrzehnten in indigenen Weisheit verwurzelt. Das Ritual der Danksagung habe ich von Jake Swamp, Häuptling des Wolf-Clans, einem großartige Mohawk-Ältesten gelernt, der 2010 gestorben ist. Die Mohawks sind Teil des Irokesen-Bundes (Konföderation), die sich in ihrer Sprache Haudenosaunee (Volk der Langhäuser) nennen. Diese hoch entwickelte Kultur bildete die Grundlage der Demokratie der USA. Als die frühen Kolonisten noch nach einem Weg suchten sich zu organisieren, hatten die Haudenosaunee bereits 5 Nationen als Konföderation organisiert die über hunderte von Jahren bestand. Du findest mehr zu diesem Thema wenn Du nach „Haudenosaunne and Constitution“ bei Google suchst oder Gregory Schaaf’s Buch „Wampum Belts and Peace Trees“ liest. [Der Übersetzer empfiehlt an dieser Stelle auch noch das Buch „White Roots of Peace: Iroquois Book of Life“ von Paul A. W. Wallace] Benjamin Franklin lernte 11 Jahre lang von den Mowhaks und ich kann jedem Empfehlen sich mit deren Weisheiten und deren Friedenstifter-Tradition zu beschäftigen.

In der Sprache der Haudenosaunee bedeutet deren Ritual Dankbarkeit zu teilen „die Worte vor allem anderen“. Der Beginn einer Zusammenkunft mit einer Danksagung hat bei den Haudenosaunee als Ziel, dass durch der daraus resultierenden Verbindung zu allem was lebt & das Erinnern was wichtig und wertvoll ist, die besten Entscheidungen getroffen werden, die auch die nächsten sieben Generationen mit einbezieht.

Häuptling Jake Swamp sprach einmal über die ursprünglichen Anweisungen. Die ursprüngliche Anweisung der Vögeln ist zum Beispiel der morgendliche Gesang der unser Herz und unseren Geist beglückt. Die ursprüngliche Anweisung der Menschen ist es Dankbarkeit auszudrücken.

Überall dort wo Dankbarkeit eine Grundfeste ist, z.B. im Büro oder mit deiner Familie, bringt diese volle Anwesenheit, positives Miteinander und Verbindung mit sich.

Wenn ich im Zustand voller Dankbarkeit einen Spaziergang mache, stelle ich fest das Tiere und Vögel weniger dazu neigen vor mir fliehen zu wollen. Dankbarkeit öffnet das Bewusstsein und verstärkt Verbindungen. Wenn ich bewusst und verbunden bin, sehe ich Rehe bevor diese mich wahrnehmen. Wenn ich einen Vogel singen höre ist mein Wirkungskreis des Bewusstseins größer als die der Störung. Ein Beispiel: Vor kurzen näherte ich mich einem Zedernseidenschwanz der in einem Holzapfel-Baum saß. Ich veränderte meinen Gemütszustand in den der Dankbarkeit und durch meine Ruhe konnte ich den Vogel aus einer Distanz unter einem Meter im lebhaften Detail beobachten wie er seinem Partner auf einem Ast Beeren als Werbungsgeschenk brachte. Das gleiche funktioniert auch mit Menschen. Überall dort wo Dankbarkeit eine Grundfeste ist, z.B. im Büro oder mit deiner Familie, bringt diese volle Anwesenheit, positives Miteinander und Verbindung mit sich.

Das ist mein Anpassung des „Teilens von Dankbarkeit“ -welche tausende Jahre in die Tradition der Irokesen zurück reicht und die in Kulturen weltweit gefunden werden kann- als 6-Schritte-Leitfaden für die Arbeitswelt :

1. Warte auf alle. Versammle die Gruppe und lass sie wissen dass du startest sobald alle die dazugehören anwesend sind. Auf alle zu warten ist ein wichtiges Signal das jedeR von Bedeutung ist. Der Zweck einer gemeinsamen Danksagung dient nicht nur dazu dass jeder gut mit sich selbst verbunden ist. Das Ereignis erlaubt es der Gruppe sich in einem Zustand des vereinten Ziels zu begeben. Bei der Durchführung einer Danksagung finde ich den Wert der Einheit über den der Effizienz zu stellen als besonders kraftvoll. Die dafür zusätzliche genommene Zeit ist gut investiert.

2. Den Zusammenhang (wieder) herstellen. Diejenigen die noch bei keiner Danksagung dabei waren benötigen dazu Hintergrundinformationen. Erkläre das ihr euch gemeinsam etwas Zeit nehmt um zu Erinnern was von Bedeutung ist & es jedem/r ermöglichen ganz im hier und jetzt anzukommen. Vielleicht möchtest Du auch ein paar Worte über den indigenen Ursprung dieses Rituals sagen oder diesen Artikel vorab mit allen teilen.

Wenn es sich anfangs besser anfühlt können alle Teilnehmer zu Beginn auch teilen was ihr Beweggrund ist an dieser Versammlung teilzunehmen. Ein solche Rückmeldung an alle klärt und verbindet ebenfalls mit dem was jetzt wichtig ist. Da die Frage nach dem Beweggrund davon ausgeht das jeder Mensch einen Zweck hat macht es diesen Zweck und dessen Absicht bewusst. Ich nehme an das die Menschen in meiner Gruppe eine Zweck haben und von Bedeutung sind. Ich möchte diesen Zweck jedes einzelnen kennen und ob der-/diejenige sich dessen bewusst ist.

In einer gesunden Gemeinschaft genießen die Menschen die Möglichkeit Dankbarkeit auszudrücken. Es schafft einen sicheren Raum, wo sie mit einem Teil von sich selber Verbindung aufnehmen können, der ihnen Freude bringt.

3. Sei Vorbild. In meinem Führungsstil frage ich die andere nur nach dem was ich selber getan habe und lade ein sich dem zu bedienen was ich vorgemacht habe, falls gewünscht. So beginne ich mit der Danksagung um den anderen Worte bereit zu legen die sie anschließend nutzen können. So beginne ich zum Beispiel mit: „Heute bin ich Dankbar für …“, oder „Heute macht es mich glücklich das …“.

4. Sei ehrlich, offen und authentisch. Ehrliche Dankbarkeit ist ein verwundbarer Zustand und muss geübt werden. Du wirst überrascht sein wie herausfordernd es für einen anderen sein kann. Möglich ist, dass manche nicht damit vertraut sind was sie gerade bewegt oder was sie gerade fühlen. Tatsache ist, dieser Prozess fordert die Menschen auf sich einem tiefer liegenden Teil ihrer selbst gewahr zu werden, den sie möglicherweise länger nicht wahrgenommen haben oder der bei der Arbeit normalerweise nicht präsent ist. Wenn du dich darin übst authentisch und offen aufzutreten, lebst du eine glaubwürdige Arbeitsatmosphäre vor.

5. Einbeziehen. Gib der Person zu deiner Linken das Wort indem du einfach fragst: „Was ist mit Dir (Name), wofür bist du heute dankbar?“ Ich mag es die Worte eines Menschen anzuerkennen und bestätige diese mit einem „Danke“. Dann übergebe ich an den/die nächste/n auf gleichem Weg … „Und du (Name), wofür fühlst du dich dankbar?“ Bei vielen Menschen kann ich dies auch abkürzen und die nächsten durch Ansprechen einladen: „Martin?“ oder „Danke … Emalin?“ Eine einladende Handgeste unterstützt das gesprochene Wort. Und so setze ich fort bis ein „Dank Euch.“ den Kreis schließt. Wenn Du die gesprochenen Worte eines Menschen mit einem „Danke“ bestätigst, musst du dies auch bei allen anderen machen.

6. Einen guten Abschluss machen. Ich glaube das alle guten Abläufe ein Eröffnen und Abschließen haben. Wenn am Ende der Danksagung das Wort wieder bei dir ist gibt es die Möglichkeit etwas zu tun das die Gruppe eint. Vielleicht gibt es viel Wertschätzung für den Regen nach einer längeren Trockenheit, oder die Gruppe wurde daran erinnert das sie offen und ehrlich (authentisch) am Arbeitsplatz sein können und Geschichten über Familie und Freunde teilen können. Diese Zusammenfassung der Danksagung kreiert den Übergang einer vereinten Gruppe zum nächsten Punkt der Zusammenkunft. Wenn ich bemerkt habe dass die Gruppe erst zum Ende der Danksagung sich auf dieses Ritual eingestellt hat, ermögliche ich ihr noch eine weitere Runde. „Hat jemand noch etwas was zum Ausdruck gebracht werden möchte bevor wir weiter machen?“

In einer gesunden Gemeinschaft genießen die Menschen diese Möglichkeit Dankbarkeit auszudrücken. Es erzeugt einen sicheren Raum in dem Menschen sich in einen Teil ihres Sein fallen lassen können den sie sehr genießen. Es ist der Teil von ihnen der verbunden ist mit dem Zweck & Bedeutung ihres Daseins. Der Geist ist ein Werkzeug, er ist geschickt und effektiv. Das Herz ist Bewusstsein und Verbindung. Es ist was dem Leben Sinn gibt.

Ich habe Dankbarkeit für Gärten, Kompost, Regen, Schnee, plätschernde Bäche, Forellen, tropische Fische, Urlaubsmomente, Narzissen, Tomatenpflanzen, der Schatten der Bäume, das Teilen von Essen, fallende Blätter, Kirschkuchen, das älter werden der Eltern, Gesundheit, Lektionen von Erkrankungen, Familie, die Zeichnungen von Kindern, Freundschaft, Nachbarn, Lehrer, Hunde die Frisbees fangen und wiederbringen, Katzen die das Licht jagen, das Reiten von Pferden, Hühner, Füchse, Rehe, der Gesang eines Rotkehlchens, Greifvögel, ein Lächeln, Sommerbrise, Gewitter, Sonnenschein, Solarzellen, Vollmond, Sterne und noch vieles mehr gehört – die Möglichkeiten sind endlos.

Ein Arbeitsplatz der es Menschen ermöglicht sie selbst sein zu können, an dem sie ein Leben bestätigt bekommen unabhängig von ihrer Rolle am Arbeitsplatz, steigert die Arbeitsmoral, das Engagement, Anwesenheit und die Produktivität.


MarkMoreyDurch 1-zu-1 Mentoring, Workshops und inoffizielle Veranstaltungen unterstützt Mark Morey Geschäftsführer beim erreichen einer gesunden, funktionierenden und selbsterhaltenden Organisationskultur durch das Nutzen authentischer & kraftvoller Grundsätze der Natur. Mehr über Mark Morey findest Du unter: markmorey.com und www.ifnaturallearning.com

Über

Ich bin Gründer der Waldläuferbande (NÖ) und deren Plattform, Mentor für tiefe Natur-Verbindung, Primitiv- und Survival-Techniken und widme mich ganz dem Natur- und Kulturmentoring.

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