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Spätestens mit dem Buch „Das letzte Kind im Wald “ wurde Richard Louv auch in Europa bekannt. Als Natur-Defizit-Syndrom beschreibt er, wie sich unsere Entfremdung von der Natur auf unsere Kinder auswirkt und welche positiven Aspekte das „draußen sein“ mit sich bringt.

In seinem Blogbeitrag  vom 30. Juni 2014 auf dem Children&Nature-Network , listet er mit 25 Punkten auf, wie man am einfachsten den Kindsgeist (Child’s spirit) (zer)brechen kann.
Das klingt ziemlich hart? Ist es auch, angesichts der Tatsache wie unbewusst oder unachtsam wir oft mit unseren oder den uns anvertrauten Kindern umgehen.

Diese Liste soll aber kein Fingerzeig werden, sondern eher helfen hinzuschauen wo wir oft unbewusst handeln.

Nur Mut! Verändern wir uns! Für eine glückliche Kindheit unserer nachfolgenden Generationen. Das ist eines der größten Geschenke das wir ihnen – auch im Sinne ihrer vollen Potentialentfaltung – machen können!

  1. Wert hat nur was gezählt werden kann.
  2. Lass deine Kinder unter schützendem Hausarrest aufwachsen. Entferne die Natur aus ihrem Leben und geh sicher, dass ihre Hände niemals schmutzig und ihre Füße niemals nass sind.
  3. Kämpfe mit deinem/r PartnerIn so oft und so laut wie möglich.
  4. Kämpfe niemals mit deinem/r PartnerIn.
  5. Wann auch immer du dich über die Zukunft äußerst, achte darauf, dass es sich stets nach dem Weltuntergang anhört.
  6. Lass die Kinder in virtueller Gewalt versinken um andere Formen der Erfahrung oder des Ausdrucks auszuschließen.
  7. Lass sie echte oder vorstellbare Gewalt zu Hause oder in der Nachbarschaft erleben, oder drohe ihnen damit.
  8. Nimm ihnen den Zugang zu positiven anderen Menschen in ihrem Umfeld.
  9. Verplane jede Minute ihres Lebens und lass es nicht zu, dass sie Zeit nur mit sich selbst verbringen können.
  10. Verfolge eine politische korrekte Erziehung und vermeide so, dass kritische Gespräche z.B. über Sexualität, alternative Bildungswege, Meinungsbildung, Glaube oder Kultur jemals besprochen wird.
  11. Sorge dafür, dass die Lehrer deines Kindes sich mehr an Richtlinien orientieren als an den Schülern und dass deren Unterstützung sich lediglich auf das akademische (Bildung) bezieht.
  12. Repariere nichts. Sei ihnen ein Beispiel in dem du alles was alt oder defekt ist wegwirfst und durch etwas Neues ersetzt.
  13. Sage die Schulpausen ab, lass Ausflüge in die Natur ausfallen, verplane die Zeit, sodass kein Raum ist für Spontanität, kriminalisiere das Spielen. Werte Kunst & Musik ab und investiere nichts in dieser Richtung.
  14. Ermutige sie niemals eigene Spiele zu erfinden.
  15. Schau darauf, dass sie immer nach den Regeln spielen.
  16. Bestrafe die Tagträumer.
  17. Für Hyperaktivität gibt es nur Tabletten als Ausweg. Ob in der Schule oder zuhause, sorge dafür, dass sie so viel wie möglich still sitzen. Enge die Benutzung der Sinne ein um der modernen Technik mehr Raum zu geben.
  18. Baut Schulen ohne Fenster, graue & leblose Spielplätze, Nachbarschaften ohne Zugang zur Natur oder unabhängiges Spielen.
  19. Lasse sie niemals etwas pflanzen; sorge dafür, dass sie niemals verantwortlich sind für ein anderes Lebewesen.
  20. Reißt ihre Baumhäuser und selbstgebauten Behausungen nieder.
  21. Belaste die Eltern mit zu vielen Schulden und Arbeit. Tu nichts gegen die wachsende Lücke zwischen Arm und Reich.
  22. Wiederhole dieses Mantra so oft es geht: „Unsere Generation hat versagt; es ist nun an dir.“
  23. Sag ihnen, dass sie nicht’s richtig machen können.
  24. Sag ihnen, dass alles was sie tun wundervoll ist.
  25. Gehe mit Beispiel voran und lebe in Furcht.

Übersetzung: Arne Winter, J. Aulie
Mit freundlicher Genehmigung von Richard Louv.


Richard LouvRichard Louv ist Vorsitzender des Children and Nature Networks.
Er ist Autor von “Das Prinzip Natur” und “Das letzte Kind im Wald”.

Folge Richard Louv auf Facebook  und auf Twitter @RichLouv 
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Über

Ich bin Gründer der Waldläuferbande (NÖ) und deren Plattform, Mentor für tiefe Natur-Verbindung, Primitiv- und Survival-Techniken und widme mich ganz dem Natur- und Kulturmentoring.

1 Kommentar

  1. Kommentar von mino

    Avatar

    mino Antworten 22. Januar 2015 um 21:50

    26. Gib sie so früh wie möglich in „Fremd“betreuung und sende sie in die Schule.

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